Große Unterschiede bei Mietangeboten!

Schon länger ist festzustellen, daß es bei Mietangeboten immer größere Unterscheide gibt. Oft weiß der Laie nicht, worauf er achten muß, wenn er Preise, Konditionen oder Qualität vergleichen soll.

Nutzbarkeit ist entscheidend

Der Hauptunterschied liegt in der Nutzbarkeit: Viele Grundrisse werden als „modern“ verkauft, während sie in Wirklichkeit einfach nur schlecht möblierbar sind. Auch innenliegende, fensterlose Bäder, fehlende Abstellräume und sogenannte Durchgangszimmer dienen meist nur einer kostenoptimierten Bauweise – ebenso wie die „zeitgemäß“ offenen Wohn- Koch- und Essräume, die als besonders chique verkauft werden. Wenig Wände sind zwar für den Hersteller günstig, für den Nutzer, der Möbel aufstellen und Sachen unterbringen möchte, aber ein Nachteil.

Der Preis muß sich allerdings nach der Nutzbarkeit richten. Wenn wenig Quadratmeter gut nutzbar sind, können diese ruhig teurer sein. Dagegen müssen große Wohnungen, in denen wenig Räume, aber viele sinnlose Flächen oder übergroße Fenster die Möblierung erschweren, auf den Quadratmeterpreis umgerechnet, günstiger angeboten werden.

Der Trick mit der „Warmmmiete“

Das große Prolem ist aber der Trick mit der „Warmmiete“: Um seine Gesamtbelastung auszurechnen, addiert der Mieter Kaltmiete und Nebenkosten zusammen. Letztere werden in den Angeboten aber nur als Vorauszahlung geschätzt. Abgerechnet wird erst, wenn das Mietverhältnis schon eine ganze Weile läuft, also der Vertrag längst geschlossen ist. Wenn der Vermieter daher eine hohe Kaltmiete erreichen will, setzt er die Nebenkosten daher einfach im Angebot günstiger an. Da der Mieter nur die Warmmiete vergleicht, denkt er, das Angebot sei genauso günstig wie jenes, bei dem die Nebenkostenvorauszahlung ehrlich kalkuliert, die Grundmiete aber niedriger gehalten wurde. Lassen Sie sich daher immer erklären, wie die Nebenkosten ermittelt wurden; am besten Anhand des Wirtschaftsplanes vom Verwalter.

So läßt sich auch erkennen, ob zum Beispiel Hausmeister oder Treppenhausreinigung mit enthalten sind, oder ob gewisse Dienste in regelmäßigen Abständen selber durchgeführt werden müssen. Letzteres ist natürlich deutlich günstiger.

Unterscheiden Sie jedoch bei der Höhe der Nebenkosten unbedingt nach der Größe der Wohnanlage. Je kleiner die Anlage, desto höher die Kosten für den Einzelnen. Ein Lift zum Beispiel ist in einem 4-Parteien-Haus kaum leistbar. Verteilen sich die Liftkosten jedoch auf eine Gemeinschaft von 25 Bewohnern, fällt er kaum ins Gewicht. Fazit: Wer wenig Mitbewohner haben will, muß höhere Kosten tragen.

Bestellerprinzip erweist sich als Nachteil

Da derzeit – aufgrund des kürzlich eingeführten Bestellerprinzips – mehrheitlich nicht mehr über professionelle Makler, sondern vermehrt privat vermietet wird, fehlt es vielen Mietinteressenten an qualifizierter Beratung. Da Privatvermieter, denen oft das Wissen fehlt, auch ihre Berechnungen und Mietverträge selbst erstellen, werden häufiger fehlerhafte Abrechnungen und ungültige Klauseln an der Tagesordnung sein. Auch die Miethöhe entspricht meist nicht dem Marktpreis, sondern eher der persönlichen Wunschvorstellung. Das Bestellerprinzip hat daher für niemanden zu einem Vorteil geführt, sondern die Professionalität aus dem Mietmarkt genommen, weil man auf die (zwar kostenpflichtigen) Maklerleistungen verzichtet. Dem Frieden zwischen Vermieter und Mieter hat dies ebenfalls nicht gedient. Hoffentlich macht die Politik beim Kauf nicht noch den gleichen Fehler!